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Japonica PDF Drucken E-Mail


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NACHRUF

„Erinnerungen gehen nicht ohne das Versprechen wiederzukehren, wenn unser Herz sie ruft“

( Irmgard Erath)

GIGLBERG´S JAPONICA.

Mit ihr ging nicht nur eine der bedeutendsten Stuten der frühen bayerischen Ponyszene, sondern auch – und vor allem – eine wunderbare Gefährtin, unser Familienmitglied und größter Schatz im Stall: Vor genau 2 Jahren, am 27. Oktober 2017 mussten wir unsere über alles geliebte Schimmelstute mit 34 Jahren in den Himmel galoppieren lassen. 

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Worte können nicht beschreiben, was dieses Pferd – diese Persönlichkeit – für mich und meine Familie bedeutet. „Janny“ wird für immer bei uns sein. Auch wenn sie doch so sehr fehlt...

Sie war ein Fels in der Brandung. Sie war souverän. Sie war immer da. Seitdem ich 5 Jahre alt war. 25 Jahre lang war sie an unserer Seite. Meine Schwester und ich sind mit ihr aufgewachsen - sie hat unser Leben geprägt!

Giglberg´s Japonica war eine Welsh Stute der Sektion B. Sie wurde geboren am 19. April 1983 auf dem Gestüt Giglberg, gelegen auf einem Höhenzug im rauen Urdonautal. Gezogen von Baronin v. Redwitz war Japonica das letzte Fohlen der Belvoir Star-Jasmine v. Belvoir Zoroaster. Leider verstarb Jasmine wohl kurz nachdem Japonica abgesetzt war. Japonica´s Vater war der wunderbare Bengad Blueberry v. Springbourne Blueberry. Sehr schön fand ich immer die Namensgebung: JAPONICA deutet in der Botanic auf den japanischen Ursprung einer Pflanze hin. Vielleicht war dieser Einfall angelehnt an eine Tradition von Mrs. Gadsden/Bengad Stud: alle Bengad-Ponys tragen botanische Namen.

Beide Elterntiere wurden aus dem Mutterland importiert und gründeten die Basis der Giglberger B-Zucht. Vollgeschwister Japonicas waren die Elitestute Giglbergs Joy sowie Giglbergs Blackberry. Weitere Nachkommen der Eltern waren u.a. Gig. Jackson, Royal Blueberry, Gig. Congac, Gig. Jacaranda und Belvoir Jasper (verkauft nach NZ).

BELVOIR STAR-JASMINE (1970 - 1983/130cm/Falbe) führt über ihre Mutter Belvoir Sunstar direkt A-Blut, zurückgehend auf u.a. Dyrin Goldflake, Cui Damsel und Criban Eve. Väterlicherseits findet man über Belvoir Zoroaster sowohl einige der bekanntesten Downlands, als auch das Cui-Präfix und, wie schon auf der Mutterseite, Dyrin Goldflake.

  • 1978 Champion A und B - 1. Int.Welsh-Schau in Baden-Baden

  • Reserve Supreme Champion - Nationale Welshschau in Baden Baden

  • 1980 Siegerfamilie und FN Goldmedaille mit den Töchtern Giglbergs Jacaranda und Giglbergs Joy.

  • 6 Fohlen/2 Elitetöchter und Stammstuten: Giglbergs Joy & Giglbergs Japonica

BENGAD BLUEBERRY (1972 – 2000/133cm/Schimmel) hingegen führt neben überwiegend Coed Coch-Blut auch Linien des Revel, Bowdler und des Brierwood Stud. Deutlich geprägt ist sein Pedigree durch den Berber-Hengst SAHARA (1908), der über 2 x Tan-y-Blwch Berwyn und 2 x Berwyn Beauty gleich viermal vertreten ist. Die alten Fotos von Sahara zeigen ein Paradebeispiel eines korrekt gebauten Pferdes – optimale Auslegung der Oberlinie mit gut aufgesetzter Halsung, abfallender Kruppe, bergauf angelegt, solides Fundament, gute Fesselung, ausgeprägter Rumpf. Die Verankerung dieses alten Berber-Einschlags verbunden mit den ursprünglichen Welsh Mountain-Linien schuf wohl diesen wunderbaren Typ, dem auch Bengad Blueberry und viele seiner Nachkommen entsprachen. Ein zeitloser Typ. Ob Coed Coch Berwynfa, Bengad Blueberry oder andere Vertreter dieser Linie - betrachtet man alte Bilder, erinnern sie doch sehr an diesen Berber - nur eben mit Ponycharme. Wie Japonica durfte auch Blueberry ein stolzes Alter erreichen. Er wurde 28 Jahre alt. Vielleicht hatte sie die unerschütterliche Gesundheit ja von ihm.

  • 1979 Supreme Champion der Sattelklasse - 2. Int.Welshschau in Baden-Baden

  • 1981 Champion Sektion B - IG-Welshbundesschau in Aachen

  • 1987 Supreme Champion A und B - IG-Welshbundesschau in Aachen

  • 1988 Reserve Siegerhengst B - Int. Welshschau in Brüssel

  • 1990 Reserve Siegerhengst B - Int. Welshschau in Roskilde

In jungen Jahren wurde Japonica von Familie Linner, Gestüt Schönweil / Wolnzach erworben. Auf dem Trakehner- und Reitpony-Gestüt legte man mit ihr in der Anpaarung zu hauptsächlich niederländischen Hengsten den Grundstock der dortigen Reitponyzucht. Insgesamt brachte Japonica in elf Zuchtjahren elf Fohlen, neun davon bei Fam. Linner. Allesamt gehören sie dem Zuchtbuch Dt. Reitpony (Welsh Partbred) an. Im Nachhinein ist es doch etwas bedauerlich, dass sie nie in der reinen B-Zucht eingesetzt wurde. Vier ihrer sieben Töchter erhielten die Staatsprämie, drei die 1a-Prämie. Drei Töchter durften sich 1. Platzierte der Stutenleistungsprüfung nennen. Diese Auszeichnungen finden sich ebenso unter den folgenden Generationen. Des Weiteren zieren Landessieger, Auktionsfohlen, Fohlenchampions und positive Körurteile die Reihen. Über 30 Ponys gehen allein über Stutenfamilien auf Japonica zurück. Über ihren gekörten Enkel FL Perlkönig (FS Pontiac x Giglbergs Cappuccino) sind es aktuell über 50 Ponys, die Japonica im Pedigree führen. Mir sind zum heutigen Stand 5 Generationen bekannt. All diese Ponys wurden und werden im Freizeitbereich und Sport eingesetzt. Hierbei sind sie in sämtlichen Sparten vertreten. Ob im Viereck, Parcours, in der Vielseitigkeit oder vor dem Wagen – überall überzeugen sie mit Leistungswillen und Charakter – meist unter Kindern.

Japonica hat die frühe bayerische Reitponyszene mit ihrer Nachzucht deutlich geprägt. Hier einige Vertreter der ersten Generation:


  • Schönweils Jubiena v. Giglbergs Cappuccino: Hengstmutter zu FL Perlkönig (v. FS Pontiac), Vb.Pr.

  • Schönweils Joy v. Gig. Cappuccino: 1a St.Pr, SLP gewonnen, St.Pr.-Tochter, ZL: 8/8

  • Schönweils Delphi v. Dempsy Denny: 1a St.Pr., SLP gewonnen

  • Schönweils Topaz v. Turbo S: 1. Prämie int. Welsh Schau, erfolgreich im Fahrsport

  • Schönweils Jasmin v. Dempsy Denny: 1a St.Pr., SLP gewonnen, Rassesieger Landesponyschau, Top Ten d. bay. Sportponys Vielseitigkeit, hochdekorierte Nachzucht

  • Schönweils Juwena v. Dempsy Denny: Res.sieger SLP

  • Birkenlund´s Jnohrlin v. FS Pontiac: Res. Fohlenchampion, Res. Overall Champion Welsh Bayern 2008, höchsteingetragene Stute Bayerns 2008, St.Pr.Anwartschaft


… der Folgegenerationen:


  • FL Perlkönig v. FS Pontiac/Gig. Cappuccino: gekört & leistungsgeprüft, im Deckeinsatz bei Fam. Urban

  • Giglbergs Jaspis v. Gig. Spotlight/Gig. Cappuccino: Distanzsport

  • Joy´s Pepita v. De Merel´s Demis/Gig. Cappuccino: 1a St.Pr. & SLP Reservesieger

  • Altbayern´s Jenny v. Were Di´s Aron/De Merel´s Demis: SLP, Vb.Pr.

  • Schöntal´s Donna Primera v. FS Don´t Worry/Were Di´s Aron: Fohlensieger, Vb.Pr.

  • Schönweil´s Just Do It v. Were Di´s Aron/Dempsy Denny: Auktionsfohlen Eliteauktion Landshut

Auch Japonica selbst wurde sehr erfolgreich auf Zuchtveranstaltungen vorgestellt. Aufgrund ihrer Größe von 139cm – den Welsh B´s um 2cm entwachsen - konkurrierte sie stets im Reitponyfeld. Hier seien die bedeutendsten Erfolge/Auszeichnungen genannt:

  • St.Pr.-Siegerin über alle Rassen, München 1987

  • Siegerstute ZLF München 1987

  • Sieger Stutenleistungsprüfung geg. Warmblüter

  • diverse Sieger-/Tagessiegertitel auf Landesponyschauen

  • 1. Prämie Bundesstutenschau

  • mehrere 1a-Familien

  • FN Leistungsstutbuch A & D

  • Elitestute

  • mit 22 Jahren verbandsintern höchstbewertetes Pony des Jahres

1992 durften meine Schwester und ich glücklicherweise mit dem Reiten beginnen. Über eine Bekannte meiner Mutter entstand der Kontakt zu Familie Linner. Japonica war hier gerade 9 Jahre alt. In den Jahren, die wir in Wolnzach verbrachten, durften wir so viel rund um´s Pferd, das Reiten und die Zucht erleben. Zu unserem großen Glück wurde meinen Eltern angeboten, Japonica zu kaufen. Wie dankbar ich ihnen bin, dass sie uns dieses Geschenk gemacht haben! Da wir alle Neulinge in der Pferdebranche waren, gingen „Jannys“ weitere Fohlen alle in die Hände von Fam. Linner über. Es folgten wunderbare Jahre geprägt von ersten Turnieren, Stallwachen & Geburten, unzähligen Schaubesuchen mit all den Stuten, Fohlen & Hengsten und wilden Ausritten. Unübertroffen die Wettrennen mit Halfter ohne Sattel die Hügel der Holledau hinauf – am besten zu zweit auf einem Pony. Schließlich kam 1997 mit BIRKENLUND´S JOSIE noch die bis dahin letzte Tochter von Japonica – diesmal unter unserem eigenen Präfix - hinzu sowie eine weitere junge Reitponystute. 1998 erwarben meine Eltern einen eigenen kleinen Hof in der Nähe von Ingolstadt. Im selben Jahr wurde unsere 3-Mädel-Herde um einen Welsh Cob v. Hewid Lyn und einen Reitpony-Wallach aus dem Hause De Merel´s erweitert. Bis zu „Jannys“ 18. Lebensjahr nahmen wir mit ihr an Turnieren teil. In der Vielseitigkeit war sie bis zur Kl. A erfolgreich, im Viereck in Kl. L gegen Warmblüter. Nachdem sie aus dem Sport verabschiedet war, orientierten wir uns zunehmend an der klassischen Reitkunst. Japonica war letztlich in Lektionen entsprechend der Kl. M ausgebildet. Sie wurde immer gearbeitet. Sowohl parallel zu ihrer Mutterrolle, als auch bis in´s hohe Alter von 28 Jahren. Im Alter von 21 Jahren und nach 7-jähriger Fohlenpause brachte sie 2004 ihr letztes Fohlen zur Welt: BIRKENLUND´S JNOHRLIN vom rheinischen Reservesieger FS Pontiac. „Jnohrlchen“ war ein Glücksfall! Zum einen Stute, zum anderen Japonica´s wohl beste Tochter überhaupt. Schimmel. Und vor allem eine Seele von Pferd. Sie war unser Sonnenschein! Auch sie sicherlich nicht ganz einfach im Charakter – sie konnte ihre Mutter nicht verleumden – jedoch in so manchem Punkt gelassener als Japonica. Jnohrlin war unglaublich begabt. Sie war mit einer enormen natürlichen Versammlungsfähigkeit gesegnet. Gepaart mit großem Eifer machte die Arbeit mit ihr so viel Spaß! Res.Sieger des bay. Sportponyfohlencups; Siegerfamilie ihrer Mutter 2007; höchsteingetragene Stute Bayerns 2008; Sektionssieger Welsh Pb & 2. Res. Overall Champion Welsh Bayern 2008; Staatsprämienanwärterin. Jnohrlin sollte unser Nachwuchspferd werden und natürlich bestand der Plan, uns ein oder zwei Fohlen aus ihr zu züchten. Doch leider stand ihr Schicksal unter keinem guten Stern.

Wie oben erwähnt, war auch Japonica deutlich vom alten Welsh B-Typ geprägt: ein starkes Fundament & große Rumpftiefe zeichneten diese Stute ebenso aus wie eine gute Oberlinie, optimal in der Länge, mit hohem Widerrist, gut aufgesetzter Halsung, abfallender Kruppe und tief angesetztem Schweif. Japonica hätte wenig dem heute weit verbreiteten B Typ mit edlem Köpfchen, zarten Knochen und langer Rückenlinie entsprochen. Zugegeben hatte sie auch keinen typischen Welshkopf – sondern war eher gerade im Nasenrücken und geprägt von einem ganz eigenen besonderen Ausdruck. Ihre dunklen Augen waren geziert von ihren wunderschönen weißen Wimpern. Dieser „Janny-Kopf“ findet sich immer wieder unter ihren Kindern, Enkeln, Ur-Urenken... Japonica war mit einem Stockmaß von 139 cm etwas dem B-Maß entwachsen. Umso besser - waren doch selbst etwas größere Reiter noch gut abgedeckt und ein Reitergewicht von bis zu 65 kg kein Problem! Japonica war eher massiv. Kalibrig. Im Hengsttyp stehend. Dabei alles andere als schwer, sondern immer in ausgeprägter Aufrichtung. Zwar Spätentwickler, wie alte Fotos zeigen, jedoch voll entwickelt von wunderschönem Seitenbild mit optimalen Proportionen. Sicher hätte die Schulter noch ein Stück schräger angelegt sein können, jedoch glich die sehr gut gewinkelte Hinterhand dies in Punkto Bewegungsgüte hervorragend aus. Dieses Pferd bewegte sich stets nach oben tragend mit viel Schub von hinten. Durch den sehr ausgeprägten, gut gewölbten Hals und die gute Sattellage setzte sie den Reiter optimal. Erstaunlich, wie viel „Pferd“ diese Ponystute doch unter dem Sattel erfühlen lies!

Überdurchschnittlich war ihr enorm raumgreifender Schritt, gefolgt von Galopp und Trab, welche manchmal erst in den Verstärkungen nach versammelnder Arbeit ihr volles Vermögen entfalteten.

Japonica liebte es, sich zu präsentieren. Ebenso liebte sie den Busch, das Stoppelfeld, den Parcours oder die fordernde Arbeit im Viereck. Kutschen waren ihr nicht geheuer. Schlittenfahren ebenso wenig. Ansonsten machte sie mit uns Kindern viel Schabernack mit – wilde Ausritte, steilste Hänge hinunter, rein in den See, hier und da einen Trail-Parcours. „Janny“ unterschied teils sehr deutlich zwischen Kindern und Erwachsenen – nahm sie doch auf die Kleinen viel mehr Rücksicht und zeigte sich kooperativer. Ihr Exterieur prädestinierte sie für die versammelnden Lektionen. Ihr Charakter – geprägt von zwar immenser Leistungsbereitschaft aber ebenso ausgeprägtem Selbstvertrauen (Leitstute!) machte die Arbeit nicht immer ganz einfach. Auch erzog sie ihren Reiter dazu, die eigenen Fehler einzusehen und forderte so ihr Recht auf korrekte Reiterei ein. Zu dominante Personen stoßen bei der Stute auch im Umgang auf Granit. So einige Menschen in ihrer Vergangenheit fanden wohl keinen Draht zu ihr, weshalb sie nicht überall „everybody´s darling“ war. Doch für uns war sie einfach genial. Ich glaube, das Geheimnis lag einfach darin, ihr ein bestimmtes Maß an Mitbestimmungsrecht zuzugestehen...wie es Kinder eben auch machen. Man könnte sagen, „Janny“ war nach heutigen Maßstäben nicht besonders „rittig“…. Hatte man sie jedoch auf seiner Seite, wuchs sie über sich hinaus und brachte ihre ganze Seele ein!

Ganz stolz wurde sie im Spanischen Schritt. Japonica war präsent, schnell, ausdauernd, trittfest. Sie verfügte über eine gute Balance – wir nannten sie oft „Bergziege“. Vlt war sie ein klein wenig verrückt. Sie hatte manchmal sogar eine leichte Neigung zur Hysterie – aber immer beherrschbar. Sie hat ihre Menschen durchaus stark gefordert. Japonica war eine tolle Mutterstute. Es gab zum Glück nie Probleme mit den Geburten oder der Belegung. Sie war sehr liebevoll zu ihren Fohlen. Lebenslang war sie souveräne Leitstute ihrer Herden. Matriarchin und Grande Dame. Interessanter Weiße hatte sie tatsächlich Hengstzähne – eine Besonderheit, die ja nur bei einem Bruchteil der Stutenpopulation auftritt. „Janny“ war kein Schmusepony. Sie war zwar keineswegs distanziert aber ständiges „Getüddel“ mochte sie nicht. Sie war hart im Nehmen – bei prasselndem Regen war sie immer die letzte, die freiwillig zum Stall kam. Von guter Gesundheit ausgestattet, war sie nie krank. Keine Koliken, keine Infekte, keine Hufrehe, keine Arthrose. Erst im Alter von 23 wurde ECS diagnostiziert. Dies bescherte uns in der Folgezeit einige kleinere Herausforderung bedingt durch eine beeinträchtigte Hornqualität, welche aber mit positiver Medikamenteneinstellung vollständig regenerierte. Selbst mit dieser Krankheit lebte sie noch 11,5 weitere Jahre quietschfidel und munter weiter. Dem kam sicherlich auch die kontinuierliche Arbeit zugute, vielleicht die Gene – und wahrscheinlich auch ein Quäntchen Glück.

Glück, dass ihrer letzten Tochter Jnohrlin leider nicht in dem Maße beschert war. Nach 9 wunderschönen gemeinsamen Jahren erkrankte Jnohrlin aus nicht nachvollziehbaren Gründen an einer unheilbaren Krankheit. Alle Register der Ursachenforschung und Therapie wurden gezogen. Der Kampf um sie dauerte 1,5 Jahre an. Mit vielen Hochs und vielen Tiefs und vielen Tränen. Momenten der großen Hoffnung und der tiefsten Verzweiflung. Leider überwogen am Ende letztere. Um jedes von Tier trauert man, wenn die Zeit gekommen ist. Aber SIE hätte nicht gehen dürfen. Es war so viel zu früh! Unbeschreiblich war am Ende diese Hilflosigkeit, mit der man ihr gegenübertreten musste. Und trotz der langen Zeit der Krankheit war sie den Menschen bis zum Schluss so wohlgesonnen. Sie war immer liebenswürdig. Als wollte sie uns die Verzweiflung nehmen. Doch man konnte ihr nicht mehr helfen. So wurde sie am 23. April 2015 erlöst. Meine Jnohrlin gehen zu lassen, war der schwerste Schritt in meinem Leben. An dem Tag brach meine Welt zusammen.

2,5 Jahre später erlitt dann Japonica mit über 34 Jahren eine nicht diagnostizierbare Veränderung in der Hufkapsel. Rehe war ausgeschlossen. Der alte Magen-Darmtrakt vertrug die nötigen Schmerzmittel zunehmend schlechter. Die alte Dame sollte nicht länger leiden, zudem die Prognosen nicht gut waren. Am 27. Oktober 2017 zog unsere „Janny“ einigen ihrer Kinder in den Himmel nach. Nur ein paar Wochen zuvor verstarb ihre Züchterin, Marie v. Redwitz.

Nach Japonicas Tod fragte ich mich oft, warum ich nicht völlig verzweifelt und zu tiefst traurig war, wo sie doch in meinem Leben war, seitdem ich denken konnte. Dann begriff ich, dass diese Stute, die ihr Leben lang auf ihre Art perfekt gewesen war, auf recht friedliche Weiße starb! Sie wurde sehr alt und strotzte beinahe bis zum Ende vor blühender Gesundheit. Trotz allem hat Japonica natürlich eine unendlich große Lücke hinterlassen!

Jnohrlin und Japonica ließen wir beide in den Niederlanden einäschern. Sie liegen nebeneinander am Koppelrand unter einer weißen Rose begraben.

Anfang des Jahres erhielten wir die Möglichkeit, endlich wieder Janny-Nachzucht in den Stall zu holen. Anwar´s Jandala (FS Pontiac x Gig. Cappuccino) – Vollschwester zu Perlkönig – im Besitz von Judith Blechinger, brachte im Mai 2019 in ein großrahmiges, typvolles Hengstfohlen zur Welt. Vater ist der Dimension AT-Sohn und HLP-Sieger Daddy Cool. BIRKENLUND´S JAMÍRAMIS zieht nun erstmal in den Ponykindergarten ein und wir sind gespannt, was die gemeinsame Zukunft bringen wird.

Diese 25 gemeinsamen Jahre mit Japonica bleiben tief in unseren Herzen. Sie war ein herausragendes Pferd, kein einfaches Pferd, aber eine große Persönlichkeit. Solch eine hat man wohl nur einmal im Leben.

Danke Janny, danke für alles! Du bist für immer hier.

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Carolin Woerle

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